Hallöchen,

Sarah Neubauerich stelle mich erst einmal kurz vor: Ich bin Sarah Neubauer und schon von klein auf leidenschaftliche Biologin mit einem Hang zum Journalismus. In meinem Biologie Studium in Hannover sind mir Pflanzen noch stärker ans Herz gewachsen, sodass mir die Stelle als Aushilfe in der Gärtnerei Fredebold gerade recht kam. Nun bin ich schon seit Anfang März mit großer Freude in der Produktion und dem Kundenservice tätig. In nächster Zeit werde ich mein Tätigkeitsfeld hier auf der Homepage noch etwas erweitern und eine Art Gartenblog aufbauen zu aktuellen Themen aus der Gärtnerei und Fragen, die auch mich als Anfänger auf die Probe gestellt haben. Seien Sie gespannt.

Für die Inhalte des Blogs bin allein ich verantwortlich. Für Fragen, Anregungen und konstruktive Kritik stehe ich Ihnen gern unter sarah-neubauer@gmx.de zur Verfügung.



Beim Gärtnern ist es so, dass man nicht nur auf die Zeit jetzt schaut, sondern auch schon lange voraus denkt und plant. Zwar ist jetzt die Zeit von Sommerstauden und Rosen, aber man sollte auch daran denken, dass jetzt Erdbeeren gepflanzt und auch die Stiefmütterchen bereits ausgesät werden. Es gibt da aber ein paar verschiedene Dinge, die man beachten sollte, wenn man Stiefmütterchen selbst säen möchte.

StiefmütterchenErstmal erzähle ich ein bisschen was über die vielfältigen Frühjahrsblüher, bevor wir zum Wesentlichen kommen. Stiefmütterchen oder auch Schöngesichter, wie sie teilweise genannt werden, gibt es in unzähligen Farben. Je nach Belieben kann man sich so seine eigene Kombination für den heimischen Garten, Balkon oder auch für Grabstätten zusammenstellen. Die bunten Veilchengewächse haben ein eher kurzes Leben. Sie werden meistens für ein Jahr kultiviert und dann im nächsten Jahr neu ausgesät. Eigentlich sind sie mehrjährig, verlieren aber mit dem Alter ihren Glanz und werden deshalb häufig nur für ein Jahr gepflanzt und dann erneuert. Was ich selbst noch nicht wusste, ist, wie diese Pflanzen eigentlich zu ihrem Namen gekommen sind: Und zwar ist die Namensgebung durch die Anordnung der Blätter bedingt. Unten liegt das größte der Blütenblätter, welches auch als Stiefmutter bezeichnet wird, da es die seitlichen Blütenblätter (die Töchter) leicht überdeckt. Die Töchterblätter überdecken ebenfalls wieder die beiden oberen Blütenblätter (die Stieftöchter).

So nun habe ich, für die Leser, die sich nicht gut mit Pflanzen auskennen, die Stiefmütterchen einmal grob vorgestellt. Kommen wir nun zum eigentlich wichtigen Teil meines Artikels, der Aussaat und Anzucht:

Es gibt, wie fast immer, verschiedene Möglichkeiten bei der Aussaat und Pflanzung. Dabei kommt es darauf, wann die Pflanzen blühen sollen. Es können einige Pflanzen im Herbst gesetzt werden, dann blühen sie vom Herbst bis in den Spätfrühling mit einer kleinen Pause im Winter oder man pflanzt sie im Frühjahr, dann blühen die Stiefmütterchen von März bis in den Sommer. Dies hängt ganz von der Sorte ab und sollte beim Kauf des Saatgutes beachtet werden. Möchte man also Pflanzen für den Herbst, sollte die Aussaat jetzt stattfinden. Möchte man Stiefmütterchen fürs Frühjahr, dann sollte Mitte August bis September ausgesät werden. Die Keimung kann je nach Bedingungen bis zu 4 Wochen dauern.

Was sollte beachtet werden? Ganz wichtig sind die Bodenzusammensetzung und die -temperatur. Ist der Boden krank oder zu nährstoffreich, wird es schwierig mit dem Keimen und Wachsen der Pflanzen. Stiefmütterchen sind Schwachzehrer und brauchen daher keine Düngung oder besonders nährstoffreichen Boden. Ist die Temperatur des Bodens Wärmer als 22 °C, setzt ein Stopp in der Keimung ein. Die Samen sollten leicht mit Erde bedeckt werden. Am einfachsten ist es, wenn die Samen in einer Kiste vorgezogen werden und schattig stehen. Da der Boden feucht bleiben sollte empfiehlt es sich, einen feuchten Jutesack über die Erde zu legen. Ab einer bestimmten Größe müssen die Pflanzen dann pikiert (vereinzelt) werden. Auspflanzen darf man den Pflanzennachwuchs erst ab einer Höhe von ca. 5 cm.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren und frohes Schaffen!

(14.07.19)




Lavendel verleiht dem heimischen Garten einen mediterranen Touch und lässt ein Gefühl von Urlaub und Fernweh entstehen. Zumindest ist das bei mir so, wenn ich den riesigen Lavendel in unserem Garten beobachte. Auf dieser Pflanze ist immer etwas los. Was ich dabei sehr interessant finde ist, dass die Blüten des Lavendel verblühen, wenn sie von Bienen besucht wurden. Die Blüte hat dann den Job der Bestäubung erledigt und stirbt ab. In Imkerkreisen wird der Lavendel ebenso geschätzt, wie bei den Honigsammlern. Die Pflanze hat einen sehr hohen Zuckergehalt im Nektar.

Echter Lavendel (Lavendula officinalis)Er kann aber nicht nur toll aussehen und zur Honigherstellung verwendet werden, sondern auch noch gut riechen. Seine ätherischen Öle haben eine beruhigende Wirkung auf den Menschen. Bei Schlafproblemen kann man ein Büschel getrockneten Lavendel ins Schlafzimmer hängen und sich dann besser entspannen. Die lilafarbene Schönheit kann aber noch viel mehr: Wenn es sich bei der Sorte um Echten Lavendel (Lavandula officinalis) handelt­, kann dieser auch als Heilpflanze eingesetzt werden – nicht zu verwechseln mit dem Schopflavendel  (Lavendula stoechas), der hierzulande nicht winterhart ist. So können mit der Pflanze beispielsweise nervöse Magen-Darm- und Gallenleiden behandelt werden. Auch Migräne wird durch Lavendel verbessert. Er kann zu dem noch durch seine ätherischen Öle Rosen vor Blattläusen schützen. Ist eine Rose befallen, dann muss man einfach nur einen Lavendel dazu pflanzen und schon verflüchtigen sich die kleinen Schädlinge wieder.

Der Lavendel ist ein Meister der Vielfältigkeit. Er wird zum Beispiel häufig in Parfümen verwendet und findet sogar in der Küche seinen Platz. So kann er als Gewürz für verschiedenste Fleischsorten oder Fisch verwendet werden oder verfeinert so manch einen Nachtisch. Selbst im Eintopf findet man gerade in der französischen oder spanischen Küche Lavendel als Gewürz wieder.

Was mich noch sehr an dieser schönen Pflanze fasziniert, ist, dass sie neben den genannten Eigenschaften auch noch sehr pflegeleicht ist. Da der Lavendel aus dem Mittelmeerraum stammt mag er besonders gern warme und sonnige Standorte. Nasse Füße schätzt er nicht sehr und mag es daher eher trocken. Die lilafarbene Vielfältigkeit ist also für jeden geeignet: Sei es Bienenfreund, Blumenliebhaber oder einfach Menschen ohne grünen Daumen. Er sieht im Sommer nicht nur verdammt gut aus, sondern erweist seinem Besitzer auch einen großen Dank durch viele gute Charaktereigenschaften.

(08.07.19)



Wenn man bei uns in der Gärtnerei so über den Hof schlendert, dann sieht man auf den ersten Blick viele verschiedene Pflanzen. Alles blüht bunt und zwischen der ganzen Blütenpracht schwirren Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Endlich kann ich mit Freude verkünden, dass der Sommer nun offiziell ganz bei uns angekommen ist.

Das Interessante daran ist, dass nicht nur die Sommerblumen im Gewächshaus in allen Farben erstrahlen, sondern, dass auch vor unserer Tür zahlreiche bunte Stauden zu finden sind. Als Stauden bezeichnet man die Pflanzen, die nicht wie Bäume oder Sträucher verholzen, sondern krautig bleiben. Die meisten von ihnen sterben nach einer Vegetationsperiode ab und treiben dann zur nächsten Blütezeit wieder aus den Wurzeln aus. Zumindest ist das der Fall bei winterharten Stauden. Es gibt natürlich auch Vertreter, die nicht oder nur bedingt winterhart sind. Dazu gehört zum Beispiel auch die südamerikanische Schönheit, über die ich in diesem Text erzählen möchte.

Patagonisches EisenkrautUnter Botanikern hört sie auch auf den Namen Verbena bonariensis, was sich der Laie natürlich nicht so einfach merken kann. Deshalb bleiben wir einfach mal bei dem Namen Patagonisches Eisenkraut oder kurz Verbene. Eisenkraut sieht man häufiger bei uns in der Gärtnerei, sei es in rot, blau, weiß oder nach Zitrone duftend. Der überaus große Verwandte der Verbenen wurde in Argentinien entdeckt und wird deshalb auch oft Argentinisches Eisenkraut genannt. Mit groß meine ich auch wirklich groß: Diese Staude kann mit ihren filigranen und doch kräftigen Stängeln eine Wuchshöhe von über 1,50 m erreichen. Die Pflanze zieht ein luftig lockeres Aussehen dem Buschigen vor, weshalb sie sich eher weniger als Sichtschutz eignet, aber sehr pflegeleicht ist. Dafür ist sie aber ein beliebter Treffpunkt für Fluginsekten. Während Bienen und Hummeln genüsslich ihren Nektar schlürfen, tummeln sich auch einige Schmetterlinge auf den kleinen lila Blüten. Durch ihren offenen Wuchs kann man sie super mit anderen Stauden kombinieren. Fingerhut, Prachtkerze oder verschiedene Lupinen schaffen zusammen mit dem Patagonischen Eisenkraut ein Paradies für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Und nicht nur die Fluginsekten werden von dem Anblick der Blütenpracht und dem Farbenspiel in ihren Bann gezogen, sondern auch man selbst. Von Juli bis weit in den Oktober hinein kann das Fluggewusel auf den Blüten beobachtet werden, bis das Eisenkraut den wohlverdienten Winterschlaf einläutet. Werden die verblühten Blüten nicht abgeschnitten, samt sich diese Staude selbst aus und tritt im nächsten Sommer wahrscheinlich vermehrt im heimischen Garten auf. Mit dem richtigen Schutz, kann man auch die Mutterpflanzen überwintern. Dazu reicht eine Abdeckung der Wurzeln mit Laub oder Tannenreisig.

(24.06.19)



Wenn man so durch die Gewächshäuser schlendert, merkt man schnell, dass Fredebolds so einiges an verschiedenen Pflanzen zu bieten haben. Von A wie Alyssum bis Z wie Zwerg Aster ist für jeden Geschmack und jedes Vorhaben etwas dabei. Wenn man einmal genauer hinschaut, dann entdeckt man zwischen den ganzen bunten Sommerblumen und dem Gemüse auch einige Besonderheiten, die man noch nicht so oft gesehen hat …



Tulpenbaum im VorgartenMir wurde vor ein paar Tagen ein sehr interessantes Gewächs von Frau Brühl vorgestellt, nämlich der Tulpenbaum. Auf den ersten Blick hat er, wie jeder andere Baum auch, einen Stamm und viele grüne Blätter. Wenn man ihn jedoch näher betrachtet, sieht man, dass kein Blatt wie das andere ist. Sie unterscheiden sich nicht nur von der Form, sondern auch von der Blattfärbung. Das ist für Pflanzenliebhaber schon etwas ganz Besonderes. Gestern zeigte mir Frau Fredebold-Baumgarten, dass der Baum Blüten trägt. Das allererste Mal in zehn Jahren. Und glauben Sie mir, das Warten hat sich wirklich gelohnt. Ich stelle Ihnen den Tulpenbaum einmal kurz vor, für alle, die ihn noch nicht persönlich kennen. Eigentlich stammt dieser einzigartige Baum aus Nordamerika und gehört mit zu den Magnoliengewächsen. Bei diesem Gewächs klingt auch selbst der botanische Name schön: Liriodendron tulipifera. Auch das lange Warten auf die Blüten ist bei dieser Pflanzenart keine Seltenheit. Manche Pflanzen blühen sogar erst fünfzehn Jahre später, nachdem sie gepflanzt wurden. Dieser Baum zieht nicht nur im Sommer die Blicke auf sich, sondern trumpft auch im Herbst mit prachtvollen goldgelben Blättern auf. Wenn man diese Eigenschaften des Baumes erst einmal kennt, möchte man doch am liebsten gleich selbst einen in seinen Garten pflanzen. Wer weiß, vielleicht gibt uns der Prachtkerl in ein paar Monaten etwas von seinen Samen ab …

Blüte des Tulpenbaums



Als großer Schokoladen-Fan hat mich diese besondere Blume wirklich verzaubert und zwar nicht nur wegen des Wortes Schokolade in ihrem Namen ...

Blüte der SchokoladenblumeIhre Blüten sehen nicht nur ein bisschen aus wie Schokolade, sie riechen auch noch nach Zartbitter. Sie gehört mit zu den Schmuckkörbchen oder Kosmeen, wie sie auch genannt wird, und blüht sogar bis in den Herbst. Oft wird sie mit der echten Schokoladenblume verwechselt, die gelbe Blüten hat und eher nach Vollmilchschokolade riecht. Diese beiden Blumen gehören aber botanisch nicht einmal zur selben Gattung und sind daher auch nicht so wirklich miteinander verwandt. Eigentlich war sie mal in den Wäldern von Mexiko zu Hause, wurde dort aber seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr in der Natur gesehen. Die Schokoladen-Kosmee erfreut uns auch nicht nur einjährig mit ihrem Duft und ihrer Blütenpracht, sondern gehört mit zu den sogenannten Sommerstauden. Sie kann überwintert werden. Allerdings müssen ihre Knollen, genau wie bei den Dahlien, dazu in einer frostfreien Umgebung in den kalten Monaten untergebracht werden, weil sie sonst einen Frostschaden erleiden und nicht mehr keimen. Es sollte auch Staunässe vermieden werden, da die Knollen sonst leicht anfangen zu faulen.

Was ich persönlich sehr interessant an der Schokoladen-Kosmee finde ist, dass weltweit alle Pflanzen von einer einzigen Pflanze abstammen. Das lässt sich damit erklären, dass dieses Gewächs selbststeril ist, also keine fruchtbaren Samen bildet, wenn sie mit dem eigenen Pollen bestäubt wird. Deshalb ist es auch unmöglich, sie wieder in die Natur auszuwildern. Sie kann nur vegetativ über Stecklinge oder Teilung ihrer Knollen vermehrt werden. Dieses besondere Schmuckkörbchen eignet sich aber trotzdem perfekt neben den Lupinen und dem Fingerhut für den eigenen Garten sei es für Bienen, Hummel und Schmetterlingsgarten oder für einen sinnlichen Duftgarten.



Blaue FächerblumeEigentlich ist sie in Australien und Polynesien zu Hause, wird aber seit ungefähr Ende des 20. Jahrhunderts in unseren Breitengraden kultiviert. Aus ihrer Familie ist sie die einzige Vertreterin, die auch im Sommer hier bei uns gedeien kann. Die Fächerblume ist aber trotzdem in vielen Betrieben ein eher selten zu findende Pflanze, da sie sehr viel Platz zum Wachsen braucht, da sie eine Kriechpflanze ist. Diese tropische Pflanze ist, wie sonst wenige ihrer tropischen Kollegen, auch eine eher anspruchslose Kandidatin in Sachen Pflege. Die blaue Schönheit fühlt sicher eher in sandig bis lehmigen Böden so richtig wohl und entfaltet ihre Pracht so richtig, wenn ausreichend Nährstoffe vorhanden sind. Da sie an den Küsten Australiens beheimatet ist, liebt sie einen frischen bis feuchten Boden. Bei uns ist sie hauptsächlich in Balkonkästen oder Blumenampeln zu finden, da dort ihre Triebe in hängender Form am besten zur Geltung kommen. Sie wird auch als „Blaue Blume der Romantik“ bezeichnet und steht für Liebe, Sehnsucht und Unendlichkeit. Diese Sinnbilder sind entstanden, weil sie den ganzen Sommer über blüht und die Farbe blau etwas mystisches mit sich bringt. In ihrer Heimat wächst die Fächerblume sogar mehrjährig. Sie kann also auch hier bei uns durch den Winter gebracht werden, wenn sie vor dem ersten Frost in Sicherheit gebracht wird. Wenn sie zurückgeschnitten und wenig gegossen wird, dann fühlt sie sich in einem hellen und kühlen Raum von etwa 10 °C fühlt im Winter pudelwohl und wartet mit Ihnen zusammen gespannt auf den nächsten Sommer.

(08.06.16)



StrelitzieDiese besondere Schönheit ist vielen auch als Paradiesvogelblume bekannt oder wird manchmal auch Königs-Strelitzie genannt. Sie macht bei der richtigen Pflege ihren Bezeichnungen auch alle Ehre. Schon im 18. Jahrhundert kam diese prachtvolle Pflanze zu ihrem Namen. Damit sollte die damalige britische Königin Sophie Charlotte, die eine geborene Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz war, geehrt werden. Ursprünglich ist das Gewächs im Süden Afrikas beheimatet und wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht. Hier zu Lande ist sie eine beliebte Zierpflanze, die im Kübel Wintergärten oder helle Wohnräume schmückt. Die Blüte dieser außergewöhnlichen Pflanzen erkennt man daran, dass sich orange-blaue Blütenblätter aus den Achseln der Laubblätter aufstellen. Das Aussehen der Blüte ist dem Erscheinungsbild des Federkamms eines Paradiesvogels zum Verwechseln ähnlich. Sind die Blüten einmal aufgeblüht, mag die Pflanzen nicht mehr gern umziehen. Der Standort, sollte also vor der Blütezeit sorgfältig ausgewählt werden, damit sie ihre ganze Pracht entfalten kann. Auch Staunässe nimmt die Pflanze einem übel, da so die Wurzeln schnell anfangen zu faulen. Bei 8 bis 18 Grad Celsius fühlt sie sich am wohlsten in einem lehmhaltigen, nährstoffreichen Substrat, dass beispielsweise durch Sand gut durchlässig ist. Das Substrat sollte etwa alle drei Jahre erneuert werden. Am besten im März oder April. Im Sommer braucht diese Pflanze viel Wasser und im Winter sollte sie eher trocken gehalten werden. Ihre Winterruhe verbringt das königliche Gewächs am liebsten an hellen Orten, die aber nur 10 bis 15 Grad Celsius Wärme haben dürfen. Sie braucht eine Art Kälteinduktion, damit sie auch im nächsten Jahr wieder prächtig blühen kann.

(28.05.19)



EngelstrompeteEin wie ich finde sehr interessantes Gewächs, dass man nicht so leicht überall finden kann, weil sie sehr giftig ist. Beheimatet ist die Engelstrompete in Südamerika. Durch ihre auffällig schönen Blüten ist sie mittlerweile auf der ganzen Welt bekannt und verbreitet. Die Engelstrompete gehört mit zu den Nachtschattengewächsen. Sie wird so giftig durch die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die hauptsächlich aus Alkaloiden (stark stickstoffhaltige Verbindungen) bestehen. Diese Verbindungen findet man in allen Pflanzenteilen wieder und können Auswirkungen auf menschliche sowie tierische Organismen haben. In Südamerika wird diese Pflanze deshalb auch als Rauschmittel verwendet, da sie stimmungsaufhellend wirken und die Kommunikationsfähigkeit steigern soll. Die Nebenwirkungen sind aber um einiges stärker als die stimulierende Wirkung. Daher ist der Konsum auf keinen Fall zu empfehlen, weil man sich bei diesem Rauschmittel im wahrsten Sinne des Wortes auf Messers Schneide befindet. Es kann sehr schnell zu einer Vergiftung kommen, da es sehr schwer dosierbar ist. Deshalb ist sie auch in einigen Ländern verboten und darf nicht als Pflanze verkauft werden. Das scheinbar harmlose Gewächs sollte also den Gebrauch als Zierpflanze keines Wegs überschreiten und besonders dann beobachtet werden, wenn Kinder in der Nähe sind. Vergiftungserscheinungen können bei Kindern auch schon nach dem Berühren der Pflanze auftreten, wenn die Kinderhände mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen. Als Zierpflanze eignet sie sich vor allem für das Gewächshaus oder als Kübelpflanze, weil sie sehr frostempfindlich ist. Die Pflanzen hier zu Lande sind meist Hybride, also gekreuzte Pflanzen, die auf die Ursprungsarten aus Südamerika zurückgehen.

Gelbe Blüte der EngelstrompeteDie eindrucksvolle gelbe Blüte der Engelstrompete. Nachts zieht ihr betörender Duft Nachtfalter an.

(18.05.19)


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Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch am Gemüsetisch. Ich wurde gefragt, warum an manchen Pflanzen Peperoni und an anderen wieder Chili steht, obwohl die Pflanzen doch fast gleich aussehen und sich nur leicht vom Laub her unterscheiden. Ich musste dem Mann Recht geben und seit diesem Zeitpunkt beschäftigt mich diese besondere Frage, die ich dem Mann leider nur ungenügend beantworten konnte. Als Botanikerin hatte ich schon so eine Ahnung, dass die Pflanzen zur gleichen Gattung der Paprikagewächse gehören, aber sich irgendwie anhand ihrer Früchte voneinander unterscheiden. Genauer wusste ich es bis dahin auch nicht. Es wird auch häufig vermutet, dass es sich bei den beiden Gemüsesorten um die gleiche Sorte handelt, jeder sie nur anders bezeichnet. Wie das eben manchmal mit den vielen, unterschiedlichen Namen für Pflanzen so ist. Das ist so aber nicht ganz richtig. Es gibt tatsächlich ein paar Merkmale, worin sich die beiden Pflanzenarten voneinander unterscheiden. Zum Beispiel die Gewürze, die aus den getrockneten Schoten hergestellt werden (Peperoni wird zu Paprikapulver und Chili ist die Basis für Chilipulver und Cayennepfeffer. Peperonis können im Gegensatz zur Chili auch mild schmecken und dann für Speisen ähnlich wie eine Paprika verwendet werden. Chilis sind auch kleiner und um ein Vielfaches schärfer als Peperonis, was noch weitere Unterschied aufzeigt. Was ich mir jetzt merke ist, dass die beiden zwar zum Verwechseln ähnlich sind, aber trotzdem nicht das Gleiche.



 Als Biologin achte ich besonders auf zwei unumgängliche Themen, die auch die Gesellschaft mehr und mehr beschäftigen, und zwar die Liebe zur Natur sowie den Schutz der Umwelt. In meinen ersten Tagen sind mir daher schon verschiedene Dinge zu diesen beiden Themen im Arbeitsalltag in unterschiedlichen Bereichen der Gärtnerei aufgefallen. Zum Beispiel werden Töpfe und Pflanzenpaletten mehr als einmal verwendet. So werden nicht für jede Saison schöne, neue Töpfe gekauft, sondern heile, teils auch mit Gebrauchsspuren versehene Pflanztöpfe für die neuen Pflanzen verwendet. Es ist sogar vielen Kunden wichtig, dass nicht zu viel Plastik in Umlauf gerät und bringen uns daher Paletten sowie Töpfe wieder zurück, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Dazu befindet sich auf dem Hof der Gärtnerei ein Stahlbehälter, in den unseren Kunden die zu recycelnden Behälter ganz einfach legen können. Dadurch entsteht dann also eine sogenannte Win-Win-Situation: Wir müssen nicht so viele neue Töpfe kaufen und gleichzeitig müssen unsere Kunden kein zusätzliches Plastik entsorgen. Ebenso verhält es sich mit den Etiketten, die zur Kennzeichnung von neuen Aussaaten oder Jungpflanzen dienen. Sind die Plastikschilder aus dem Vorjahr von anderen Pflanzen noch übrig, werden sie einfach neu beschriftet und wiederverwendet. Eine tolle Idee, wie ich finde. Das spart nicht nur Geld, sondern hilft auch der Umwelt.

Bambusstäbe in den GurkenNun ist es an der Zeit, dass Tomaten und Gurken gestäbt werden müssen. Dazu sollte ich neulich in den Garten gehen, um das alte Schilf abzuschneiden. Zum Stäben werden nämlich nicht extra Stöcker gekauft, sondern die eigenen Ressourcen aus dem Garten genutzt. So weiß man, wo das Schilf herkommt und dass es ganz einfach biologisch gewachsen ist. Diese Aktion tut nicht nur dem Schilf gut, sondern auch der Umwelt.

(11.05.19)



Von veredeltem Gemüse hatte ich schon einmal gehört. Aber was das genau ist, war mir nie so richtig bewusst. Dabei ist das eigentlich ganz einfach. Ganz stumpf gesagt, handelt es sich dabei um eine Pflanze, die aus zwei Teilen zusammengesetzt wurde: Der untere Stängelteil mit Wurzel gehört zu einer Wildgemüsesorte. Zum Beispiel stammt bei der veredelten Gurke der Wurzelteil von einem Feigenkürbis und bei der veredelten Tomate von einer Wildtomate. Der obere Teil wird von einer besonderen Hochzuchtsorte verwendet. Beide Pflanzen werden separat angezogen und ab einer bestimmten Wuchshöhe abgeschnitten und zusammengesetzt. Das neu geschaffene Pflanzenkonstrukt wird dann mit Hilfe einer Klammer zusammengehalten und kann so wieder problemlos zusammenwachsen. Die zwei verschiedenen Pflanzenteile wachsen dann als eine Pflanze weiter. Jedoch muss man bei dieser sogenannten Veredelungsstelle trotzdem immer etwas vorsichtig sein, da diese auch später, wenn die Pflanze größer geworden ist und die Schnittstellen gut verheilt sind, immer noch leicht brechen kann.

Veredelte GurkenAber warum werden Tomaten und Gurken eigentlich veredelt? Bei einer solch geschaffenen Pflanze treffen gleich mehrere gute Eigenschaften aufeinander: Der untere Teil der Wildsorte bringt Krankheitsresistenzen und Wuchsstärke mit und der obere Stängelteil von der Zuchtsorte sorgt für den guten Geschmack und die hervorragende Qualität der Früchte. Der Ertrag ist auch um einiges höher als bei „normalen“ Pflanzen. Da diese Methode des Veredelns sehr aufwändig ist und man dafür auch einen Profi benötigt, sind die Pflanzen natürlich dementsprechend kostspielig. Aber produzieren diese Gemüsepflanzen erst einmal tatkräftig ihre Früchte, wird die Investition in das grüne Gold schnell entschädigt.



Rössinger SommerDiese Mischung aus verschiedensten Samen ist schon seit ein paar Jahren der Renner bei uns im Dorf. Mittlerweile ist seine Berühmtheit schon weit über die Grenzen der Gemeinde hinausgegangen. Ich habe es auch schon öfters erlebt, dass Menschen von weit her, die einfach nur mit dem Auto durch unser kleines Dörfchen fahren, anhalten und nachfragen, wo man eine solch wundervolle Blumenpracht herbekommt. Gerade als Biologin finde ich dieses Interesse besonders toll, denn es sieht nicht nur wunderschön aus, sondern trägt auch einen gewissen Teil zum Umweltschutz bei. In der Gärtnerei habe ich seit Anfang des Frühjahrs schon mehrere Menschen getroffen, die besonders die Bienen und Hummeln unterstützen wollen. Da sind sie bei mir bzw. in der Gärtnerei genau an der richtigen Adresse. Von Kornblumen über Mohn bis hin zu Sonnenblumen ist für jeden Blumenliebhaber etwas Passendes dabei. Und selbst die Blumenmuffel unter uns finden doch auch etwas Freude an der bunten Farbenpracht. Wenn jeder ein bisschen Rössinger Sommer in seinem Garten oder auch im Dorf sät, fördert das das Überleben der Insekten. Die kleinen Sechsbeiner werden uns spätestens bei der Bestäubung unserer Obstbäume wieder begegnen und vielleicht hört man sie zwischen den Blättern ein kleines „Danke“ zirpen …

(02.05.19)



Blumenampel mit Petunien und VerbenenBlumenampeln und hat jede Menge mit neuen Aufträgen zu tun, weil ihre Kreationen so beliebt sind. Nun ist es soweit, der Sommer steht fast vor der Tür, das Pikieren (junge Pflanzen vereinzeln und neu verpflanzen) ist so gut wie beendet und die Kübelpflanzen werden von ihren Besitzern nach Hause geholt. Alle Hände voll zu tun. Die Pflanzen müssen aus ihrem Winterstübchen geholt und für den Weg nach Hause vorbereitet werden. Der zweite Satz der Sommerblumen wie Bacopa, Zauberschnee, Verbenen und Petunien wird gerade für den Verkauf getopft. Das Gemüse wächst bei den Temperaturen mit den Funkemariechen und Begonien um die Wette und wartet darauf, den Besitzer zu wechseln. Meine Kollegin bepflanzt

Jedoch ist noch Vorsicht geboten, wenn Sommerblumen und gerade das Gemüse mit nach Hause genommen werden. Die Eisheiligen sind erst im Mai und bis dahin kann es immer noch örtlich zu Bodenfrost kommen. Für frostempfindliche Pflanzen entsteht dann ein Kältestress, der Blüten, Früchte und auch andere Pflanzenorgane absterben lassen kann. Durch die Kälte können Zellschäden auftreten, die dann die Photosynthese hemmen, da die Pflanze mit kaputten Zellen nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden kann. Dadurch entwickelt sich ein Ungleichgewicht im Pflanzenstoffwechsel und es können dann toxische Produkte entstehen, die einzelne Organe bzw. die gesamte Pflanze absterben lassen. Es kommt aber immer darauf an, wie empfindlich eine Pflanze gegen Kälte ist und wie lange die Kälte andauert.

(25.04.19)



Die Arbeit in einer Gärtnerei wird oft unterschätzt. Wenn man als Kunde in die Gärtnerei kommt, freut man sich über den farbenfrohen Anblick der Blütenpracht und beginnt, für den eigenen Garten nach neuen Blumen zu stöbern. Manche Menschen wissen leider nicht immer, was für eine Arbeit hinter einer solch blütenreichen Kulisse steckt, wenn die Blumen und das Gemüse aus eigener Produktion stammen. Pflanzen, gießen und düngen sowie neue Lieferungen bestellen klingt für den Laien oftmals nach eher wenig anspruchsvoller Arbeit. Aber auch das alles will gelernt sein. Jede Pflanzenart hat ihre eigenen Ansprüche. Zum Beispiel mögen es Tomaten und Gurken eher nicht, wenn es nass und kalt ist, wohingegen der Elfenspiegel etwas härter im Nehmen ist. Das ist es, was eine Gärtnerei ausmacht: Die Arbeit mit den Pflanzen und natürlich die Freude an ihnen. Dazu kommt noch, dass man eine gewisse Expertise zu den Pflanzen im Gewächshaus braucht. Nach über einem Monat habe ich mich mittlerweile ganz gut eingearbeitet und weiß heute zwar schon etwas mehr über unsere grünen Wegbegleiter, aber ich lerne immer noch jeden Tag viel Neues dazu. Und das ist auch gut so.

(25.04.19)




Impressionen des Sommers:

SommerstaudenBesonderer Duft und knallige Farben. Diese Pflanzen halten Temperaturen bis zu -35 °C aus - kaum zu glauben bei dieser Blütenpracht.


Biene und HummelDie Insekten fliegen auf unsere Stauden ...


TaglilienDie Taglilien - jede Blüte ist ein anderer Genuss im wahrsten Sinne des Worte ...


WInterharte StaudenDie winterharten Stauden geben jetzt richtig Gas und locken mit ihrem farbenfrohen Aussehen viele Bienen, Hummeln und Käfer an. Dieses Spektakel könnte ich stundenlang beobachten.


Biene auf roter StaudeHier habe ich nun endlich eine Biene beim Sammeln von Nektar vor die Linse bekommen. Es ist gar nicht so einfach, wuselige Insekten zu fotografieren … ☼


Es summt und brummt auch an vielen anderen Ecken der Gärtnerei denn auch Fingerhut und Lupinen ziehen Bienen und Hummeln magisch an.


Nun beginnt die Rosenzeit. Was für ein wundervoller Anblick ♥.


Auf unserem Hof habe ich diese prachtvolle Blüte entdeckt. Sie duftet genauso herrlich, wie sie aussieht.


Gelb-rote GazanieBei meinem Spaziergang durch das Gewächshaus bekam ich eine wunderschöne Gazanie vor die Kamera. Sie ist von nun an das "Wappen" von meinem Blog.


Die Gärtnerei bietet nicht nur verschiedenen Blumen und Pflanzen ein Zuhause:

Shropshire-LämmerUnsere Shropshire-Schafe sind die Rasenmäher in unserer Weihnachtsbaum-plantage. So können wir auf den Einsatz von chemischen Unkrautvernichtern verzichten. Außerdem freuen wir uns über den biologischen Dünger...

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